Dalton

Projekt Dalton

 

Was ist Dalton?

Das Dalton-Modell ist ein organisatorisch-didaktisches Modell, das verstärkt die Eigenverantwortung der Schülerinnen und Schüler fördert und Raum für Differenzierung bietet.

 Gründerin und Entwicklerin dieses Modells war die US-Pädagogin Helen Parkhurst zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Sie war eine Schülerin von Maria Montessori. So wie diese war sie überzeugt, dass Kinder und Jugendliche dann am besten und nachhaltigsten lernen, wenn sie sich Inhalte selbst erarbeiten. Sie entwickelte die Ideen Maria Montessoris für den Sekundarbereich weiter und stützte sich dabei auf drei wichtige Säulen: Freiheit, Kooperation und Zeitmanagement. Damit sich die Jugendlichen Inhalte selbstständig erschließen können, benötigen sie Zeit, die in Grenzen frei einteilbar und nutzbar sein muss, sie wählen selbst geeignete Lernformen und fördern dadurch ihre Begabung und Motivation, welche einen großen Einfluss auf das individuelle Lerntempo haben.

Es gibt inzwischen in mehreren europäischen Ländern Daltonschulen bzw. –modelle. Besonderer Beliebtheit erfreut sich Dalton in Holland.

 

Dalton am Fallmerayer

Das Daltonmodell wird an unserer Schule seit vielen Jahren praktiziert. Begonnen wurde mit einer Pilotklasse im Schuljahr 2008/9. Die positiven Erfahrungen haben dazu geführt, dass die Unterrichtsform weiterentwickelt und bessere Bedingungen geschaffen wurden, so dass mittlerweile ca. 10 Klassen jährlich nach diesem Modell unterrichtet werden. Im Schuljahr 2018/19 wurde ein einheitliches Konzept für die einzelnen Schulstufen ausgearbeitet:

 

Einstiegsphase

Die Einstiegsphase dient dazu, die SchülerInnen mit dem Daltonunterricht vertraut zu machen und wird in der im Folgenden beschriebenen Form nur in der ersten Klasse, vorzugsweise nur im ersten Semester durchgeführt:

Am Dalton-Modell beteiligen sich 4 bis 5 Lehrkräfte des Klassenkollegiums, die je eine ihrer jeweiligen Wochenstunden für den Dalton-Unterricht zur Verfügung stellen. Für diese 4 oder 5 Dalton-Stunden erstellen die Lehrpersonen einen eigenen Wochenplan, das sogenannte „Wochenpensum“, in dem die SchülerInnen für jedes Fach präzise Arbeitsaufträge für die entsprechende Woche erhalten.  Die Aufträge gliedern sich in der Regel in Pflichtaufgaben, die von allen SchülerInnen zu lösen sind, Stützaufgaben, die SchülerInnen mit Schwächen empfohlen werden, und Förderaufgaben, die leistungsstärkeren SchülerInnen einen besonderen Anreiz bieten. Bei der Planung wird berücksichtigt, dass die Pflichtaufgaben von durchschnittlichen SchülerInnen in nicht mehr als 35 Minuten zu bewältigen sein sollen. Dadurch ergibt sich pro Stunde eine „Restzeit“ von ca. 15 Minuten pro Stunde, welche mit Förder- bzw. Stützaufgaben gefüllt werden kann bzw. muss. Die SchülerInnen teilen sich die Arbeit nun selbstständig ein und tragen eigenverantwortlich Sorge dafür, dass die Aufträge bis zum Ende der Woche erledigt sind.

 

Weiterführendes Modell

Nachdem die SchülerInnen das Arbeiten nach der Dalton-Pädagogik im ersten Semester kennengelernt und bereits geübt haben, wird das Modell im 2. Semester dahingehend verändert, dass die beteiligten Lehrpersonen nicht mehr eine Stunde pro Woche, sondern ca. einmal pro Monat eine Woche lang alle ihre Wochenstunden für Dalton zur Verfügung stellen, d.h. in einer Woche arbeiten die SchülerInnen dann zwischen 12 und 15 oder mehr Stunden nach der Dalton-Pädagogik. Diese Organisationsform erlaubt es den SchülerInnen, sich eine Woche lang intensiv mit entsprechend gestalteten Arbeitsaufträgen zu befassen, Interessen zu fördern oder Schwächen auszumerzen.

In der zweiten Klasse wird die Arbeit schrittweise auf zweiwöchige Einheiten für ca. 3 bis 4 Mal im Jahr ausgeweitet, ab der dritten Klasse umfassen die Einheiten je nach zu bearbeitenden Inhalten drei oder sogar vier Wochen. Vor allem im Triennium bietet sich diese Arbeitsform an, um den SchülerInnen das intensive Arbeiten an fächerübergreifenden Themen zu ermöglichen. Zunehmend geschieht dies mit Unterstützung von digitalen Medien (BYOD).

 

Individualisierung des Lernens

Unabhängig von der gewählten Organisationsform fördert der Dalton-Unterricht die Selbstständigkeit und Eigenverantwortung der einzelnen SchülerInnen. Begabte SchülerInnen können ihre Interessen verfolgen, sich einem Thema intensiver widmen und dieses vertiefen, während SchülerInnen mit Schwächen in bestimmten Bereichen auch die Gelegenheit erhalten, sich von Mitschülern und Mitschülerinnen oder der Lehrperson Inhalte nochmals erklären zu lassen bzw. diese gemeinsam zu vertiefen. In diesem Sinne werden Arbeitsaufträge mit unterschiedlichen Schwierigkeitsanforderungen erteilt.

Die erledigten Arbeitsaufträge werden entweder von den SchülerInnen selbst kontrolliert (mit Hilfe von Lösungsblättern) oder der Lehrkraft zur Korrektur abgegeben. Es steht ihnen frei, sich das Arbeitspensum selbst einzuteilen und die Sozialform (Einzel-, Paar- oder Gruppenarbeit) sowie den Lernraum (Klassenraum, Gang, Bibliothek) zu wählen, vorausgesetzt, die Arbeitsweise ist produktiv und effizient.

Die anwesende Lehrperson sorgt für ruhiges, konzentriertes Arbeiten und die Einhaltung der vereinbarten Regeln. Sie steht für individuelle Erklärungen und Bedürfnisse zur Verfügung, übernimmt die Aufgabe der Lernberatung und wirkt als Mentor/Mentorin.

 

Differenzierung

Differenzierung ist ein Grundpfeiler der Dalton Pädagogik. In diesem Sinne bieten Dalton Aufträge Anforderungen unterschiedlichen Schwierigkeitsgrades an um SchülerInnen nicht zu über- bzw. zu unterfordern. Dabei soll vor allem der individuelle Lernfortschritt ein wichtiges Kriterium der Bewertung sein: die Lehrperson stellt fest, in wie weit der einzelne Schüler/die einzelne Schülerin Lernfortschritte erzielt hat. Es liegt in der Eigenverantwortung des Schülers/der Schülerin ob er/sie sich mit Mindestanforderungen zufriedengibt oder ob er/sie anspruchsvollere Aufgaben lösen will.  Die Lehrperson berücksichtigt dies in der jeweiligen Bewertung.

 

Als Beispiel für die Möglichkeit einer differenzierten Aufgabenstellung sei Blooms Taxonomie angeführt:

https://paeda-logics.ch/wp-content/uploads/2014/10/Taxonomiestufen_Bloom.pdf

 

  Ansprechpartner für Dalton an der Schule sind die drei Koordinatorinnen:

Prof. Cristina Belloni (Lehrkraft für Italienisch)

Prof. Barbara Pichler (Lehrkraft für Englisch)

Prof. Claudia Zingerle (Lehrkraft für Englisch)